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Edeltechniker und Siebziger-Fetischisten – Meshuggah und Graveyard in Berlin

Ja, was soll man zu Meshuggah eigentlich noch schreiben? Die Herren aus Umeå, Schweden sind eine Institution. Dank achtseitiger Gitarren klingen ihre Stakkato-Riffs wie bassige Motorsägen, dazu setzt es dissonante Soli, stoisches Gebell und aberwitzige Tempowechsel, alles vorgetragen in klinischer Präzision. Seit nun 25 Jahren schon verknoten sie auf diese Weise die Hörzentren dieser Welt und haben damit nicht zuletzt all die neuartigen Genres des Math- und Deathcore nachhaltig geprägt. Kommenden Samstag, den 8.12. spielen die Maestros nun in Berlin-City, im C-Club mit den ebenfalls sehr gewitzten Decapitated.

Graveyard sind dagegen fluffiger unterwegs. Auch wieder aus Schweden, allerdings aus Göteborg, DER Hochburg des Melodic Death Metal. Graveyard halten sich jedoch eher an den Sound Siebziger, etwa Black Sabbath oder Led Zep. Damit sind sie lange nicht so aufregend wie Meshuggah, aber Mitwippen zum siffigen Fuzz der Vier, das geht schon. In Berlin zum Beispiel am Mittwoch, den 19.12, ooch im C-Club.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Ausführliche Infos zu beiden Konzerten gibt es natürlich auch wieder im aktuellen tip:) (Update: Meshuggah-Text ist jetzt online, Graveyard jetzt auch). Fülle Spaß!

Sanfte Satanisten – The Devil’s Blood im Festsaal Kreuzberg

Tod. Chaos. Satan. The Devil’s Blood aus Eindhoven definieren ihre Koordinaten klar und deutlich. Das Schöne an ihnen ist, dass sie trotzdem abseits gängiger Teufelsanbetungsklischees arbeiten. Ihre Musik ist kein rumpeliges Geschredder, sondern unverschämt eingängiger Psychedelic Rock. Sie inszenieren keine plumpen „Ich bin so bitterböse“-Kreischorgien, sondern breitet vielschichtig die Ergebnisse ihrer Dunkelheitsforschung aus. So opfert Gitarrist und Mastermind Selim Melouchi etwa dem Tod, jener „Macht der Unordnung“, sein Blut am heimischen Altar – als Dank für kreative Momente (Video hier).

Folgerichtig versteht er auch die Auftritte seiner Band als Rituale, gern von oben bis unten besudelt in klebrigem Rot. Am 2.12. ist dies im Festsaal Kreuzberg anzusehen. Weitere Infos gibt es im aktuellen tip Berlin – in gedruckter Ausgabe seit wenigen Tagen am Kiosk Eures Vertrauens nachzulesen, bald bestimmt auch online (Update: ja, Artikel ist jetzt online verfügbar). Ansonsten geht natürlich auch das hier: